Eigentlich betrachte ich diese kleine Unart als nichts Weltbewegendes, dennoch stellt es fuer manchen Hotelfachbetrieb eine grosse Herausforderung dar: Die Tasse Kaffee zum Fruehstueck.
In einer Vielzahl von Hotels bettete ich bislang des Nachts mein Haupt - jedes Mal soll auch ein Fruehstueck Bestandteil des Arrangements sein, denn ohne Fruehstueck gehe ich nie aus dem Haus. Nur wenigen Hotels ist es aber vergoennt, den Gast auf so eine simple Art zufriedenzustellen: Das Fruehstuecksbuffett mehr oder weniger reichlich gedeckt laedt zur Selbstbedienung ein. Mit einem Teller wandelt man ein- oder mehrmals entlang und sucht sich etwas zum Beissen raus. Hinweis: Sollte man kurz vor Beendigung der Fruehstueckverabreichezeit am Buffett angekommen sein, gilt es erst einmal alles was man zu einem vollstaendigen Fruehstueck brauch, sicherzustellen, ehe es die Angestellten in ungeahnter Hurtigkeit wieder in die Kueche verfrachten. Merke: Erst was auf Deinem Teller liegt, ist zum Schluss auch wirklich Deins.
Aber gut, auch wenn man rechtzeitig im Fruehstuecksraum auftaucht, loest das nicht unbedingt das eigentliche Problem: Wie komme ich an Kaffee??? Dies scheint in den meisten Hotels eine schwierige Frage zu sein. Wenn man Glueck hat, steht vielleicht noch eine Kaffeekanne am Nachbartisch. Oder ein Angestellter laeuft ohne Deckung ueber den Gang, den man mit seinem Problem konfrontieren kann. Meist trabt er fuer eine unbestimmte Zeit davon, bedient zwischendurch noch 10 andere Gaeste, um dann mit lauwarmen Gesoeff wieder aufzutauchen. Dabei macht der Angestellte so ein grimmiges Gesicht, als wenn man ihn zur Herausgabe seiner Brieftasche genoetigt haette. Dabei heisst es auch immer, freundlich Gucken waere der Schluessel zum Erfolg. Hilft aber auch nicht immer, denn was nuetzt die freundlich guckende, bauch- und leider auch hirnfreie junge Serviererrin, die es innerhalb einer halben Stunde nicht schafft, zum Fruehstueck einen Kaffee aufzutreiben, waehrend tags zuvor die aeltere Serviererin umsichtig die Blicke schweifen laesst und ungefragt eine Kanne Kaffee auf den Tisch stellt.
Der Gewinner der Saison ist das Hotel Hoogland in Zandvoort. Nicht nur der mit der Liebe ins Detail ausgestattete Fruehstuecksraum laesst Erstaunen erflammen, auch der bestellte Kaffee ist eher am Tische, ehe man 2 Broetchen und 2 Scheiben Wurst auf den Teller geschaufelt hat. Respekt!
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