Bestimmt hat sie der eine oder andere motorisierte Verkehrsteilnehmer am Wegesrand gesehen - diese Schilder,  installiert auf Bundesautobahnen nach diversen Strassenunpaesslichkeiten: Vielen Dank fuer Ihr Verstaendnis. Meist ist dazu noch ein unbekanntes Wesen abgebildet: Ein schwarzes Maennchen mit einer Schaufel. Doch wer ist dieses Maennchen? Denn in der freien Wildbahn der Bundesautobahn haben wir es seit laengerer Zeit nicht gesehen.
Es ist Sonntagnachmittag, wir befinden uns auf einem der wichtigsten Autobahndreiecken Deutschlands. Bzw. weit weit weit davor. Die Weggabelung selbst wurde spontan von 6 auf 3 Fahrspuren (oder sinds 4?) veraendert. Die Einfaedelung ist wie immer einspurig und quer dazu wird so eine Art Bruecke neu gebaut. Es ist sog. verlaengertes Wochenende. Erst war ein Feiertag, dann ein normaler Freitag und dann das Wochenende. Vielleicht sind auch irgendwo Ferien in Deutschland. Wer will das schon wissen, ist sowieso egal. Mittlerweile ist es abends um 8 geworden, die Reisezeit fuer die 369 km lange Strecke betraegt bis jetzt 5,5 Stunden. Es ist vielleicht die Haelfte der Wegstrecke zurueckgelegt. Und das Anzeigegeraet fuer die Aussentemperatur zeigt im Wagen 31,0 Grad. Irgendwann kommt besagte Baustelle bei halber Schrittgeschwindigkeit in Sicht. Es ist auch schon der vierte oder fuenfte Stau auf der Strecke. Ausloeser sind entweder liegengebliebene Autos, bei denen das Kuehlwasser aus der Motorhaube quiemert, Baustellen, oder einfach viele Autos. Eventuell gibts noch einen spektakulaeren Unfall zu beobachten, aber das ist relativ selten. Viel haeufiger begegnet man den Baustellen auf der Strecke, die mit mehr oder noch mehr Geschwindigkeitsschildern bespickt sind. Auf unserer Brueckenbautelle dreht sich kein Rad. Und das schon seit Donnerstag nicht. Freitag ... Samstag ... Sonntag ... Montag gehts dann vielleicht mal weiter - man hat ja viel Zeit. Und wenn die eine Baustelle fertig ist, wartet bestimmt schon das naechste Autobahnstueckchen auf Bepuschlung.
In Brasilien liess sich unlaengst folgendes beobachten: 4-spurige Erweiterung der Ueberlandstrasse von Salvador nach Imbassai. Die Strasse war wichtig, sollte offenbar schnell fertig werden. Deswegen wurde nicht nur tagsueber gebaut, sondern auch nachts, am Wochenende, an mehreren Stellen gleichzeitig ... ein Gewimmel von schwarzen Maennchen mit Schaufeln, die bei uns nur noch auf Schildern existieren. Stattdessen gibt es Phantomautobahnen: Sie kommen aus dem Nichts, fuehren ins Nichts, sind einfach nichts. Dabei waere die A66 oestlich von Frankfurt eine willkommene Parallelstrecke zur A5! Bloed nur, dass die Strasse irgendwo in der Pampa beginnt und genauso wieder endet. Die endgueltige Anbindung zur A5 oder A7 in Fulda ist zwar stellenweise zu erkennen, doch anderswo wuchert noch stille Natur. Vielen Dank fuer Ihr Verstaendnis? Aber kaum.
   

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